Cześć, liebe Geschichtsfans, Lost-Place-Liebhaber und Gänsehaut-Sucher!
Heute nehmen wir den Helm, ziehen uns eine Jacke an und steigen hinab in ein dunkles Kapitel der Geschichte – wortwörtlich. Ziel: Osówka, Teil des geheimnisvollen „Riese“-Projekts im polnischen Eulengebirge (Góry Sowie).
Was hier unter dem idyllischen Wald bei Głuszyca liegt, ist kein Bergwerk, kein normales Museum – sondern eine unterirdische Welt aus Beton, Stollen und Spekulationen: Hitlers nie vollendeter geheimer Komplex, teilweise bis heute ein Rätsel. Gruselig? Ja. Spannend? Absolut.
Die Geschichte des „Projekt Riese“
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs begann das NS-Regime im Eulengebirge mit dem Bau riesiger unterirdischer Anlagen. Wozu genau? Darüber streiten sich Historiker bis heute.
War es ein geheimer Führerbunker? Eine Waffenfabrik? Ein Ort für Wunderwaffen? Ein Ersatzhauptquartier?
Fest steht: Die SS ließ Tausende Zwangsarbeiter und Häftlinge unter katastrophalen Bedingungen in den Fels treiben. Beton wurde gegossen, Stollen geschlagen, riesige Hallen angelegt. Doch das Projekt blieb unvollendet – und wurde mit dem Kriegsende einfach aufgegeben.
Heute kannst du Teile davon besichtigen – am eindrücklichsten in Osówka, einem der zugänglichsten Komplexe.
Was dich unter Tage erwartet
Nach dem Ticketkauf (ja, du brauchst Führung!) geht’s mit Helm und Guide hinein. Schon nach wenigen Metern wird es kühl, feucht und leise. Die Luft riecht nach Stein und Geschichte.
Der Rundgang führt durch lange Gänge, Bunkerräume, unvollendete Hallen, Betonmauern, die einfach mitten im Berg enden.
Du siehst verrostete Schienen, eingestürzte Nischen, einige technische Nachbauten und überall: die Fragezeichen.
Je nach Route wird auch mit Lichteffekten, Klängen oder sogar Virtual-Reality gearbeitet – aber nie kitschig, sondern mit Respekt. Die Guides erklären die Baugeschichte, die Theorien und berichten auch über das Leid derer, die hier arbeiten mussten.
Die verschiedenen Besichtigungstouren
Es gibt mehrere Tour-Optionen:
Die klassische Route dauert ca. 60 Minuten und ist gut für alle, die sich einen Überblick verschaffen wollen.
Die „extreme“ Tour geht durch enge Passagen, mit Taschenlampe und ohne Geländer – Abenteuer pur für Mutige.
Im Sommer gibt es außerdem spezielle Themennächte und Nachtführungen, teilweise mit Musik, Filmprojektionen oder Vorträgen.
Auch über Tage gibt’s einiges zu sehen
Rund um den Eingang von Osówka gibt es ein kleines Infocenter mit Ausstellung, ein Café, einen Souvenirshop (ja, es gibt Helme aus Schokolade…), und sogar einen alten Panzer im Wald, den man bestaunen kann.
Für Wanderfreunde: Der Eulengebirgs-Kammweg führt direkt vorbei, man kann also Osówka wunderbar in eine Tageswanderung integrieren.
Wichtige Infos für den Besuch
Festes Schuhwerk ist Pflicht, in der Anlage herrschen ganzjährig ca. 7–10 Grad – also warm anziehen!
Die Führungen gibt’s auf Polnisch, Englisch und Deutsch, oft mehrfach täglich (vorher buchen oder anrufen lohnt sich).
Eintritt ca. 30–50 PLN, je nach Route und Zusatzoptionen.
📍 Adresse: Kompleks Osówka, Kolce 39, 58-340 Głuszyca Górna
🌐 Website: www.osowka.pl
Osówka ist düster, spannend – und wichtig
Osówka ist kein klassischer Touristenort, sondern ein Ort zum Nachdenken. Die Mischung aus Rätsel, Architektur und Zeitgeschichte macht den Besuch intensiv und einzigartig.
Wer sich für den Zweiten Weltkrieg, Untertagearchitektur oder einfach „verlorene Orte“ interessiert, sollte Osówka ganz oben auf seine Polenliste setzen.
💬 Warst du schon mal in einer Anlage des „Projekt Riese“? Oder möchtest du wissen, welche Route am besten zu dir passt? Schreib’s mir in die Kommentare!
Bis zum nächsten Ausflug ins Dunkle